Beladen mit weiterem dringend benötigtem Hilfsmaterial geht das voll einsatzbereite Einsatzfahrzeug nun per Tieflader auf die Reise in die Ukraine.
Der Transport wird vom Verein Blau-Gelbes Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein e. V. organisiert. Es ist bereits das fünfte Feuerwehrfahrzeug, das dank des engagierten Einsatzes des Rotary Clubs diesen Weg antritt.
Das 13-Tonnen-Feuerwehrfahrzeug war bis ins vergangene Jahr im aktiven Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Mölln und stand zuletzt in der Halle der City-Wache. Trotz seines Baujahres 1998 ist das Fahrzeug mit einer Laufleistung von nur 32.500 Kilometern und 741 Betriebsstunden der Pumpe hervorragend erhalten und voll funktionsfähig. Es verfügt über einen 2,5 Kubikmeter fassenden Wassertank, eine festverbaute Wasserlanze für den Löschangriff sowie einen ausfahrbaren Lichtmast mit leistungsstarken Scheinwerfern. Vor der Verladung per Tieflader am kommenden Dienstag wurde das Fahrzeug seitens der Stadt Mölln zusätzlich mit Ausrüstung und weiteren Hilfsgütern aufgestockt.
„Dass wir das Fahrzeug kostenfrei überlassen, ist für uns selbstverständlich“, erklärte Torben Willhöft, Vorsitzender des Finanzausschusses der Stadt Mölln. Die Hilfe werde in der Ukraine dringend gebraucht – eine Einschätzung, die von der Stadtvertretung geschlossen geteilt werde.
Linda Mai vom Verein Blau-Gelbes Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein e. V. hob bei der Übergabe die Dringlichkeit der Unterstützung hervor. Es gehe nach wie vor darum, eine rund 1.200 Kilometer lange Frontlinie zu verteidigen. Vor Ort in der Ukraine werden selbst Rettungskräfte und Patienten, die aus dem Feuer geholt werden, gezielt attackiert.
Der Übergabe ging eine offizielle Anfrage des Rotary Clubs vom Juni 2026 voraus, in der um Unterstützung für die ukrainische Zivilbevölkerung gebeten worden war. Nach einer positiven Empfehlung des Finanzausschusses vom 10. August 2026 beschloss die Stadtvertretung die Schenkung des Fahrzeugs am 20. August 2026.
Der Rotary Club Herzogtum Lauenburg-Mölln engagiert sich bereits seit mehreren Jahren kontinuierlich für die Menschen in der Ukraine. Neben mehreren Einsatzfahrzeugen wurden unter anderem bereits drei voll beladene 40-Tonnen-Lkw mit medizinischem Gerät – darunter ein Ultraschallgerät – sowie Krankenhausbetten auf den Weg gebracht.
Der aktuelle Hilfstransport startet am Dienstag früh per Tieflader gen Osten. Die Fahrt dauert insgesamt etwa 3,5 Tage, sodass das Fahrzeug bis Freitag am Zielort in Kiew eintreffen soll.
Dr. Klaus von Oertzen vom Rotary Club, der zum dritten Mal an der Organisation und Überführung eines Hilfsguts mitwirkt, betonte erneut die Bedeutung der Aktion: „Dem ausgemusterten Fahrzeug schenken wir hier ein zweites, überaus sinnvolles Leben. Ich habe Menschen getroffen, die durch diesen Krieg buchstäblich alles verloren haben – ihr Zuhause, Angehörige, jede Sicherheit. Wer solche Gespräche führt, kann danach nicht mehr wegsehen. Jedes Fahrzeug ist ein ganz konkretes Stück Hilfe.“
Zur offiziellen Übergabe auf dem ehemaligen Baubetriebshof reisten neben Vertretungen der Stadt Mölln, der Freiwilligen Feuerwehr Mölln und Dr. Klaus von Oertzen auch Linda Mai an. Als Vorsitzende des mitorganisierenden Vereins Blau-Gelbes Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein e. V. vertritt sie zugleich die Ukraine als Honorarkonsulin im Regierungsbezirk Köln.
Der Kölner Verein unterstützt die Menschen in der Ukraine seit 2014. Seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine 2022 hat die Organisation unter anderem rund 19.800 Stromgeneratoren, 7.700 Notfallrucksäcke, 6.100 Krankenhausbetten, 1.700 Wassercontainer und über 1.100 Notfallfahrzeuge in die Ukraine geliefert. Die Organisation steht mit 500 Abnahmestellen in der gesamten Ukraine in Verbindung und unterstützt deutsche Kommunen bei der humanitären Hilfe in ukrainischen Partnerstädten. Der Verein ist zudem politische Stimme der ukrainischen Zivilbevölkerung und engagiert sich für den kulturellen Austausch.